Dem Verlust
eine Stimme geben.
Orte, die unsere Städte lebenswerter und unsere Gesellschaft diverser machen, stehen unter enormen Druck. Ökonomische und strukturelle Herausforderungen bedeuten für immer mehr Clubs und freie Kulturräume das endgültige Aus – eine Entwicklung, die mittlerweile unter einem eigenen Begriff diskutiert wird – dem „Clubsterben“.
Mit den Clubs verschwinden nicht nur Orte, an denen Musik gespielt oder Drinks verkauft werden, nicht nur Orte des nächtlichen Vergnügens. Es verschwinden soziale Knotenpunkte: Orte der Begegnung, Schutzräume für marginalisierte Gruppen und ein elementarer Teil der urbanen Identität.
Die Kampagne „SAVE THE CROW_D“ macht den gesellschaftlichen Wert dieser Räume sichtbar – und ihren Verlust spürbar.
Wenn ein Club schließt, geht nicht nur eine Tanzfläche verloren. Es verschwindet ein physischer Anker der Subkultur, ein Knotenpunkt für Begegnung sowie ein Schutzraum für marginalisierte Gruppen. Was wegbricht, ist ein elementarer Teil unserer urbanen Identität.
Bedeutung
HOVR
Global agierende:r nicht-binäre:r DJ und Produzent:in
Der dritte Ort
Jenseits von Zuhause und Arbeitsplatz fungieren Clubs als sogenannte „Dritte Orte“. Sie sind informelle Knotenpunkte des städtischen Lebens, die sozialen Zusammenhalt ermöglichen und alternative Lebensentwürfe zulassen.
Schutzräume der Nacht
Für queere Menschen, FLINTA-Personen und marginalisierte Gruppen kann der Club weit mehr als nur eine Tanzfläche sein. Durch starke Awareness-Konzepte bilden diese Räume essenzielle Schutzstrukturen, in denen diskriminierungsfreieres Erleben überhaupt erst möglich wird.
Die Kraft der Communitas
Wenn der Bass einsetzt, verschwimmen alltägliche Hierarchien und Zwänge, Herkunft und Einkommen. Im akustisch isolierten Raum entsteht eine gleichmachende, körperliche Gemeinschaft – ein Zustand, der sich digital nicht reproduzieren lässt.
Clubkultur ist keine Nische, sondern ein tragender Wirtschaftsfaktor. Mit 1,48 Milliarden Euro indirektem Umsatz und rund 9.000 Arbeitsplätzen prägt die Szene Berlins Wirtschaft maßgeblich. Doch trotz dieser enormen Wertschöpfung bleibt ihr räumliches Fundament ungeschützt.
Kapital
Elias
Hauptorganisator des Mystic Creatures Festival
Der Wirtschaftsfaktor
Clubkultur ist keine Nische, sondern eine tragende wirtschaftliche Säule einer Stadt. Direkte Umsätze, Spillover-Effekte, Kulturtourismus, Gastronomie und Hotellerie zeigen, wie tief die Szene mit der Stadt verbunden ist.
Die Infrastruktur
Rund 9.000 Arbeitsplätze hängen direkt an der Clubkultur. Das betrifft nicht nur Künstler:innen, sondern ein riesiges Netzwerk aus Tresenkräften, Booker:innen, Techniker:innen und Security-Personal.
Anerkennung vs. Realität
Obwohl die Berliner Technokultur mittlerweile als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt ist, schützt dieser symbolische Titel keine Mietverträge. Der kulturelle Wert steht in einem permanenten Spannungsfeld mit dem wirtschaftlichen Verwertungsdruck.
Clubsterben ist kein plötzliches Ereignis, sondern ein struktureller Verdrängungsprozess. Metropolen wie Berlin nutzen Clubkultur zwar als urbanes Aushängeschild, lassen ihre physischen Orte jedoch im Spannungsfeld von Immobilienmarkt, Stadtplanung und veränderten Ausgehgewohnheiten schutzlos zurück.
Gefährdung
Jakob
Betreiber des Jonny Knüppel, Mitglied in der Clubkommission und DJ
Der Markt regelt das
Clubs entstehen oft in Zwischennutzungen oder Industriebrachen. Durch die kulturelle Aufwertung werden diese Areale für Investor:innen attraktiv, was zu massiven Pachtsteigerungen oder dem Abriss zugunsten von Büro- und Gewerbekomplexen führt.
Lärmschutz und Papierkram
Durch Nachverdichtung und heranrückende Wohnbebauung entstehen Nutzungskonflikte. Strenge immissionsschutzrechtliche Vorgaben machen den Betrieb vielerorts nicht mehr rentabel oder organisatorisch nicht praktikabel.
Der Ausverkauf
Während informelle Orte wegbrechen, wird die Szeneästhetik zunehmend eventisiert, kommerziell verwertet oder touristisch instrumentalisiert. Dadurch geht oft genau der Charakter und die Unberechenbarkeit verloren, die authentische Subkultur ausmacht.
Die abstrakten Theorien dieser Arbeit werden erst durch die echten Einblicke in die Szene lebendig. In diesen Audio-Fragmenten sprechen die Menschen, die Clubkultur organisieren, schützen und leben.
Stimmen
Anja
Mitorganisatorin des Appletree Garden Festivals und DJ

HOVR
Hier steht dein Titel, dein Amt, dein Bezug zur Szene
Hier steht ein kleiner Text, den du komplett frei gestalten kannst. Optimal wäre es, wenn er um die 4-5 Sätze umfasst und dich kurz vorstellt, deine Rolle in der Organisation / im Verein etc. erklärt, sodass Leute, die wirklich gar keinen Plan haben eine grobe Vorstellung davon bekommen, wer ihr seid.

ANJA
Hier steht dein Titel, dein Amt, dein Bezug zur Szene
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JAKOB
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JIM
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ELIAS
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CILIA
Hier steht dein Titel, dein Amt, dein Bezug zur Szene
Hier steht ein kleiner Text, den du komplett frei gestalten kannst. Optimal wäre es, wenn er um die 4-5 Sätze umfasst und dich kurz vorstellt, deine Rolle in der Organisation / im Verein etc. erklärt, sodass Leute, die wirklich gar keinen Plan haben eine grobe Vorstellung davon bekommen, wer ihr seid.

ISSAIAS
Hier steht dein Titel, dein Amt, dein Bezug zur Szene
Hier steht ein kleiner Text, den du komplett frei gestalten kannst. Optimal wäre es, wenn er um die 4-5 Sätze umfasst und dich kurz vorstellt, deine Rolle in der Organisation / im Verein etc. erklärt, sodass Leute, die wirklich gar keinen Plan haben eine grobe Vorstellung davon bekommen, wer ihr seid.

LOUIS
Hier steht dein Titel, dein Amt, dein Bezug zur Szene
Hier steht ein kleiner Text, den du komplett frei gestalten kannst. Optimal wäre es, wenn er um die 4-5 Sätze umfasst und dich kurz vorstellt, deine Rolle in der Organisation / im Verein etc. erklärt, sodass Leute, die wirklich gar keinen Plan haben eine grobe Vorstellung davon bekommen, wer ihr seid.

MARIUS
Hier steht dein Titel, dein Amt, dein Bezug zur Szene
Hier steht ein kleiner Text, den du komplett frei gestalten kannst. Optimal wäre es, wenn er um die 4-5 Sätze umfasst und dich kurz vorstellt, deine Rolle in der Organisation / im Verein etc. erklärt, sodass Leute, die wirklich gar keinen Plan haben eine grobe Vorstellung davon bekommen, wer ihr seid.

FANNY + SIMON
Hier steht dein Titel, dein Amt, dein Bezug zur Szene
Hier steht ein kleiner Text, den du komplett frei gestalten kannst. Optimal wäre es, wenn er um die 4–5 Sätze umfasst und dich kurz vorstellt, deine Rolle in der Organisation / im Verein etc. erklärt, sodass Leute, die wirklich gar keinen Plan haben eine grobe Vorstellung davon bekommen, wer ihr seid.
Spekulative Immobilienmärkte, Lärmschutzklagen und Verdrängung hinterlassen irreversible Spuren im Stadtbild. Dieses Archiv dokumentiert Orte, die dem Strukturwandel bereits zum Opfer gefallen sind – oder deren Existenz akut bedroht ist. Ein Nachruf auf die verlorenen Freiräume.
Archiv
Justus
DJ und Mitorganisator des beyond Kollektivs
Gegen das Vergessen
Verdrängung bleibt abstrakt, bis sie physisch greifbar wird. Dieses Projekt zeigt nur eine Auswahl der betroffenen Orte, doch die Botschaft ist unübersehbar: Erst der Blick auf die reale Leere im Stadtbild macht die wahre Bedeutung des Clubsterbens sichtbar.
More to come ...
Konsum ist kein Ersatz für echte Kultur. Diese Plakatserie richtet sich direkt an die Szene und erinnert daran, worum es im Club wirklich geht: das Hier und Jetzt, die Musik und das kollektive Erleben fernab des Bildschirms.
Aktion
Jakob
Betreiber des Jonny Knüppel, Mitglied in der Clubkommission und DJ
Hol’ dir den Raum zurück
Die Rettung der Clubkultur passiert nicht durch Klicks im Internet, sondern durch physische Präsenz auf der Straße. Diese Kampagne ist als radikales Open-Source-Projekt angelegt. Das bedeutet: Alles, was du hier findest, gehört dir. Lade dir die Plakate, Sticker und Schablonen herunter, trage die Botschaft in den urbanen Raum und werde vom stillen Beobachtenden zum aktiven Teil des Widerstands.
Die Hauptmotive der Kampagne kommunizieren das Problem laut oder leise, unmissverständlich oder kryptisch. Wähle das Motiv, das dir am meisten zusagt. Hauptsache, du tust es.
Konsum ist kein Ersatz für echte Kultur. Diese Plakatserie richtet sich direkt an die Szene und erinnert daran, worum es im Club wirklich geht: das Hier und Jetzt, die Musik und das kollektive Erleben fernab des Bildschirms.
Ohne die Crowd ist jeder Club nur eine leere Hülle. Das „DANKE.“-Motiv holt die Feiernden mit ins Boot und zeigt Solidarität mit den Orten, die uns wichtig sind. Ein starkes, wertschätzendes Statement für die Tür, die Bar oder die Toilettenkabine deines Clubs.
Die Botschaft gehört auf die Straße. Mit diesen analogen Guerilla-Tools – vom Türhänger (der sich gut in Öffis macht) über Sticker bis zur Stencil-Schablone – trägst du den Protest direkt in den urbanen Raum. Lade dir die Vorlagen herunter, greif zum Kreidespray und hinterlasse sichtbare Spuren für den Erhalt unserer Clubkultur.
Design kann weder Mietverträge sichern, noch kann es fehlende politische Schutzinstrumente ins Leben rufen – aber es kann Sichtbarkeit erzwingen. „SAVE THE CROW_D“ ist ein gestalterischer Protest gegen das Clubsterben.
Projekt
Marius
Mitgründer der Love Foundation e. V., selbstständiger Designer und KI-Artist
Über „SAVE THE CROW_D“
Wenn ein Club schließt, geht nicht bloß ein Ort verloren, an dem Musik gespielt und Getränke verkauft werden, weit mehr als ein Ort des nächtlichen Vergnügens. Es verschwindet der physische Anker der Subkultur: ein Knotenpunkt für Begegnung und Austausch, ein möglicher Schutzraum für marginalisierte Gruppen und ein elementarer Teil der urbanen Identität. Was wegbricht, sind genau jene Freiräume, die eine Stadt lebenswerter und unsere Gesellschaft diverser machen. Die multimediale Kampagne „SAVE THE CROW_D“ ist ein Versuch, durch Design eben diesen gesellschaftlichen Wert dieser Räume sichtbar zu machen – und ihren Verlust spürbar. Ein visueller Protest gegen das leise Verschwinden unser aller Freiräume.
Danke.
Eine Arbeit über kollektive Freiräume und Subkultur kann unmöglich alleine in der stillstehenden Blechbüchse oder im Schrebergarten ohne Strom geschrieben werden. Clubkultur steht und fällt mit der Crowd – und diese Thesis tut es auch.